Tagarchive für " Zeitenwende Lang& Franz GbR "

27. Februar 2018

Ruhestand und wie es weiter geht

Beim nicht vorhersehbaren Übergang vom beruflichen in das nachberufliche Leben, dem sogenannten Ruhestand, verfällt die Mehrheit der betroffenen Führungskräfte in eine Art ‚Schockstarre‘, weil sie eiskalt erwischt wurden, und plötzlich ohne ihren Beruf dastehen. In der Folge begehen viele den Fehler, darauf nur als Opfer der Umstände zu reagieren, anstatt die Veränderung gut reflektiert und aktiv zu gestalten. Viele handeln im Ruhestand nach den gleichen Mustern, mit denen sie im Berufsleben erfolgreich waren. Für ein nachberufliches Leben benötigt es jedoch komplett neuer Einstellungen und Perspektiven.

Ein überraschender Wechsel vom Berufsleben in den vorzeitigen Ruhestand erzeugt verständlicherweise bei vielen Führungskräften Ängste und Frust. In dieser Phase vergleichen sie ihr ‚neues‘ Leben mit ihrem ehemals erfolgreichen Berufsleben. Unversehens erleben sie das Ende ihres Glücks und den Beginn der Unzufriedenheit. Gefühle wie die des Nicht-Mehr-Gebraucht-Werdens beschädigen sofort das Selbstwertgefühl.

Ruhestand, ein gefürchtetes Wort

Dabei könnten wir es besser wissen: Wir sollen nämlich nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen! Zudem ist es unsinnig, mit den gleichen Methoden, die wir für den Beruf angewandt haben, das nachberufliche Leben gestalten zu wollen. Wir brauchen neue Sichtweisen, um die Herausforderungen im nachberuflichen Leben erfolgreich meistern zu können. Wenn wir an unseren Ruhestand denken, dann müssen wir für uns klären, worum es uns eigentlich geht. Wohl jeder beruflich erfolgreiche Mensch möchte ein selbstbestimmtes, gesundes und wirtschaftlich unabhängiges nachberufliches Leben führen.

Die richtige Einstellung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg im nachberuflichen Leben

Dr. Ewald Lang ist nicht nur einer der Autoren des Bestsellers “Am Ende des roten Teppichs” sondern auch Coach für alle Fragen des Ruhestands

Dann sollte schnellstmöglich Klarheit darüber erreicht werden, was für Ziele wir haben und vor allem, warum. Wir müssen wissen, was wir bereit sind, dafür zu tun und ob es uns auch Freude bereiten wird. Kurzum: haben wir das Zeug dafür, die geplanten Dinge auch durchzuführen? Solche komplexen Gedanken zu Ende zu denken, fällt den allermeisten von uns sehr schwer. Das ist auch der Grund, warum die meisten es auch sein lassen und mehrheitlich handlungsunfähig werden. Als Konsequenz führen sie dann ein bisweilen trostloses nachberufliches Leben; mit allen negativen körperlichen und seelischen Begleiterscheinungen.
Ein neuer Lebensabschnitt benötigt auch neue Perspektiven. Diese können wir uns am ehesten zielgerichtet erarbeiten, wenn wir professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. So können wir sehr schnell wieder handlungsfähig werden, viel Zeit sparen und die neue Freiheit unbeschwert genießen.

11. Februar 2018

Endlich im Ruhestand: Die große Freiheit – Fluch oder Segen?

Während der Berufstätigkeit sind Führungskräfte in ihren persönlichen Freiheiten oftmals deutlich eingeschränkt. Um die Unternehmensziele zu erreichen, arbeiten sie nach einem straffen Projektplan, der sie oftmals in ein enges Korsett zwängt. Diese zeitlichen Taktvorgaben gehen mit dem Eintritt in den Ruhestand urplötzlich verloren. Plötzlich gibt es keine Unternehmensvorgaben mehr, und sie sind in ihrem Handeln vollkommen frei. Ob diese Freiheit nun Fluch oder Segen bedeutet, hängt aber von der Einstellung des einzelnen ab.

Während des Berufslebens sind Führungskräfte mit Personalverantwortung durch ihr Unternehmen, die Gesellschaft, durch Gesetze, Berufsgenossenschaften etc. vielen Regeln unterworfen. Diese Vorgaben geben uns zwar eine Alltagsstruktur – wir wissen, was wir tun sollen- sie stellen für sehr viele Führungskräfte aber auch ein Korsett dar, in welches sie sich hineingezwängt fühlen. Im nachberuflichen Leben fällt dies alles nun weg. Wir werden nicht mehr fremdgesteuert, sondern haben die Chance, unser Leben selbst zu gestalten. Freiheit bedeutet einerseits frei zu sein von Mustern und Strukturen und andererseits aber auch zu wissen, wohin man gehört: Denn Zugehörigkeit macht frei. Letzteres kann jede Form von emotionaler Bindung sein, zum Beispiel eine Beziehung, eine Freundschaft, oder eine Gruppe. Ein weiterer Aspekt der Freiheit: Einmal in der ersehnten Freiheit angekommen, müssen wir die Verantwortung für alles, was uns gelingt, aber auch für das, was uns misslingt, übernehmen. Ob wir die Freiheit nun als Fluch oder Segen wahrnehmen, hängt ganz wesentlich von unserer persönlichen Einstellung ab und von der Art, wie wir denken.

Während der Berufstätigkeit sind Führungskräfte in ihren persönlichen Freiheiten oftmals deutlich eingeschränkt.

Endlich im Ruhestand Die große Freiheit – Fluch oder Segen

Wenn wir mit Vorbehalt und Unsicherheit auf die nachberufliche Zeit blicken; wenn wir nicht wissen, was wir wollen und wir mit einer fehlenden Struktur im Alltag sowie einem Anerkennungsverlust kämpfen, dann nehmen wir die Freiheit sehr schnell als Fluch, als Frusterlebnis wahr. Wenn wir aber mit Freude und Gelassenheit auf unsere bisherige Zeit zurückblicken und dankbar sind für die persönlichen Freiräume in der Zeit danach, wenn wir zudem noch realisierbare Ziele haben, dann sehen wir unsere neue Freiheit als ein Segen empfinden.

Dennoch: Für die Gestaltung unseres nachberuflichen Lebens gibt es keinen Masterplan. Jeder muss diese Lebensphase individuell für sich gestalten, um ihr einen Sinn und eine Erfüllung geben zu können. Wichtig dabei ist es, altes, gewohnheitsmäßiges Denken zu überwinden und neue Denk-Wege zu beschreiten.

Wie schwierig es ist, gegen die Macht der Gewohnheit anzukommen, weiß jeder Erwachsene. Fast nie gelingt es wirklich! Hier ist es klug, sich Hilfe zu holen, um nicht kostbare Lebenszeit zu vergeuden, nur weil wir uns auf Experimente mit ungewissem Ausgang eingelassen haben.

31. Januar 2018

Vorbereitung auf den Ruhestand? – Die richtige Einstellung ist gefordert!

Auch für ausscheidende Führungskräfte gilt: Der Ruhestand kann nicht mit den gleichen Methoden gestaltet werden, die zuvor im Beruf Gültigkeit hatten. Der Wechsel von der beruflichen in die nachberufliche Lebensphase führt zu großen Veränderungen, die einerseits Freude, andererseits aber auch Ängste und Verunsicherung auslösen. Damit es für die Betroffenen im Ruhestand Struktur und Halt gibt, ist es nötig, neue Blickwinkel auf diesen neuen Lebensabschnitt einzunehmen und diese nach ganz individuellen Maßstäben zu bewerten.

Beim Übergang vom aktiven Berufsleben in den Ruhestand steht die Freude der Angst gegenüber. Auf der einen Seite freuen sich die meisten Führungskräfte darauf, künftig in kein Terminkorsett gepresst zu sein und dem belastenden Druck entkommen zu können. Auf der anderen Seite fallen aber auch viele, durchaus positive Aspekte des Arbeitsumfeldes weg. Und anstatt die freie Zeit entspannt zu genießen überkommt Manchen der Zustand dauerhafter Anspannung und das Gefühl des Nicht-Mehr-Gebraucht-Werdens. Dazu gesellt sich zudem die Erkenntnis, plötzlich ganz allein, und ohne unterstützenden ‚Apparat‘ sowie ohne die gewohnten äußeren Merkmale der Macht da zustehen.
Um die Möglichkeiten eines erfüllten nachberuflichen Lebens realistisch ausloten zu können, sollten wir zunächst einmal Klarheit darüber gewinnen, was wir mit dem Ende des Berufs verlieren.

Auch für ausscheidende Führungskräfte gilt: Der Ruhestand kann nicht mit den gleichen Methoden gestaltet werden, die zuvor im Beruf Gültigkeit hatten.

Vorbereitung auf den Ruhestand? – Die richtige Einstellung ist gefordert!

Das sind zum Beispiel Annehmlichkeiten wie die Anerkennung, die wir von Mitarbeitern und Kunden erhalten, das soziale Umfeld, der strukturierte Arbeitstag, unsere Identität als Führungskraft und nicht zuletzt die Insignien der Macht. Anschließend muss erarbeitet werden, welche gleichwertigen Ersatzmechanismen im nachberuflichen Leben greifen könnten. Dabei ist es wichtig, dass wir uns bereits gegen Ende unserer Erwerbstätigkeit ein Parallelprogramm aufbauen, welches für eine belastbare Struktur im Ruhestand sorgen könnte. Denn nur Reisen, Golfspielen oder Rasenmähen stellen keinen adäquaten Ersatz für die erlebten berufliche Herausforderungen dar. Ob es sich letztlich um ein soziales Ehrenamt, eine Weiterbildung auf einem uns individuell wichtigem Gebiet oder die Betreuung von Enkelkindern handelt, muss jeder für sich entscheiden. Jedoch sollte der neue Lebensabschnitt frühzeitig vorbereitet und so gestaltet werden, dass die Grundbedürfnisse jedes Menschen erfüllt werden. Diese sind Liebe, Sicherheit, Anerkennung, freies, schöpferisches Tun und Selbstachtung.

Entscheidend ist, dass wir als Führungskraft uns von alten, jahrzehntelang erprobten Strukturen verabschieden und gänzlich neue Perspektiven einnehmen können. Andernfalls geraten wir in eine Konfrontation mit Verlustängsten und Unsicherheiten. Je früher wir uns also mit dem unausweichlichen Ruhestand auseinandersetzen, die richtige Einstellung dazu finden und frühzeitig in diese Richtung tätig werden, desto mehr können wir ein selbstgestaltetes nachberufliches Leben genießen – verdient haben wir es!

13. Januar 2018

Zu jung, um aufzuhören, zu alt für einen beruflichen Neuanfang

Eine 54-jährige Führungskraft aus dem mittleren Management wird von ihrem Unternehmen, für das sie mehr als 35 Jahre gearbeitet hat, ohne Begründung, zunächst für mehrere Monate beurlaubt und anschließend mit einer Abfindung in den Vorruhestand katapultiert. Durch den plötzlichen unerwarteten Verlust der Führungsrolle, verfällt sie für mehrere Monate in eine tiefgreifende Sinnkrise! Ein Klassiker in deutschen Konzernen?

Die beiden Ideengeber der Zeitenwende Lang& Franz GbR, Dr. Ewald Lang (links) und Dr. Dr. Ekkehart Franz

„Im Januar wurde mir völlig überraschend mitgeteilt, dass ich ab sofort nicht mehr in die Firma kommen solle und für die nächsten Monate beurlaubt werde. Im Juli sollte ich meine Arbeit wieder aufnehmen, dann aber als Führungskraft ohne Mitarbeiter und in einem Büro außerhalb des Gebäudes – ein Klassiker. Eine Begründung gibt es bis heute nicht“, so schilderte es Elisabeth S. (Name geändert, Anm. d. Redaktion), die seit 25 Jahren als Führungskraft für dasselbe Unternehmen eine 70 Stunden Woche ableistet und eine lupenreine Personalakte vorweisen kann.
Ihr Leben bestand nach dem Tod ihres Mannes im Wesentlichen aus ihrem Beruf, wodurch das Privatleben und vor allem ihr Kind viel zu kurz kamen. Trotz eines willensstarken Charakters, fühlte sie sich für eine lange Zeit nach dem Ausscheiden aus der Firma wie gelähmt. Die vielen beruflichen Kontakte brachen von jetzt auf gleich weg, die Mutter-Tochter-Beziehung war stark angeschlagen, und die Strukturlosigkeit des Alltags sowie die ungewisse Zukunft stellten sich als große Belastung dar.

„Den Unternehmen ist das Seelenheil der ausscheidenden Führungskraft herzlich egal. Vorrang hat, mehr denn je, die möglichst kostengünstige Trennung. Diese ist durch Zermürbungstaktik gut zu erreichen. In meinem Fall herrschte monatelange Sprachlosigkeit. Es wurden keine Gründe genannt, es gab keine Vorgänge, die mir hätten zur Last gelegt werden können. Ich war beurlaubt. Punkt!“, so weiter Elisabeth S. Offenbar spekulierte das Unternehmen darauf, dass sie nach Aufhebung der Beurlaubung gar nicht mehr am Arbeitsplatz antreten würde.
Die Geschichte von Elisabeth S. ist kein Einzelfall. Denn durch Reorganisationen und Verschlankung von Hierarchie-Ebenen werden jährlich viele Führungskräfte in den Vorruhestand geschickt, was enormen emotionalen Belastungen führt. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig (ab etwa 52 J.) auf ein nachberufliches Leben vorzubereiten und erste Strukturen für den Ruhestand zu schaffen. Jedoch besteht durch Auszahlungen von Abfindungen bei den Betroffenen oftmals nicht mehr der Druck, eine neue Vollzeittätigkeit zu finden. Das erweist sich sehr häufig als fatale Fehleinschätzung der persönlichen Situation im unfreiwilligen vorzeitigen Ruhestand. Die daraus resultierenden tiefen Sinnkrisen könnten vermieden, eine gelingende Neuorientierung erreicht werden, wenn früh genug damit begonnen würde, das nachberufliche Leben individuell zu planen. Allein gelingt dies nur ungenügend. Ernüchternde Erkenntnis dabei: Familie und Freunde können nur sehr selten eine wirkliche Hilfe sein. Hilfe aber tut Not, wenn ein souveräner Ausstieg aus dem Beruf gelingen soll.

28. Dezember 2017

Sensibilisierung auf den beruflichen Ausstieg

Die meisten Führungskräfte gehen vollkommen unvorbereitet in den Ruhestand. Von heute auf morgen verlieren sie alle Werte, die den Beruf so attraktiv machen. Um sich vom Berufsende abzulenken, starten sie nach Eintritt in den Ruhestand mit einem Aktionismus, der sie schnell an ihre ernüchternden Grenzen bringt. Sinnkrise oder das schwarze Loch drohen. Dabei ermöglicht die nachberufliche Phase so viele Perspektiven, die einem viel Energie geben können. Man muss sie nur frühzeitig bedenken.

Kernthemen der Beratung waren die Etablierung neuer Führungskonzepte, Neuausrichtung von Vertriebsorganisationen und das Coaching von Führungskräften. Die Unternehmensberatung wurde von ihm an seine bestens darauf vorbereiteten Nachfolger übergeben. Dr. Lang ist heute noch für sein ehemaliges Unternehmen aktiv, Vater zweier erwachsener Töchter und lebt in Ingolstadt.

Dr. Ewald Lang ist seit 30 Jahren als Unternehmensberater selbstständig und führte eine mittelständische Unter­nehmens­­beratung (Bildquelle: zeitenwende-consulting.de).

Viele Unternehmer und Führungskräfte sehen im Berufsausstieg zunächst keinerlei Probleme für sich und geben sich sehr gelassen. Schließlich war es stets ihre Aufgabe, Entscheidungen zu fällen und erfolgreich umzusetzen. Das nachberufliche Leben gehorcht allerdings anderen Regeln. Plötzlich wird das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, genauso durchlitten wie Sinnkrisen oder gesundheitliche Probleme. Diese Droh-Szenarien können jedoch weitgehend vermieden werden, wenn die Betroffenen für den Ruhestand sensibilisiert werden. Hierfür müssen sie zunächst klar erkennen, was sie durch den beruflichen Ausstieg verlieren. Dazu zählen beispielsweise Lob, öffentliche Anerkennung, Macht und die Struktur im Alltag, sowie das Gefühl etwas bewirken zu können. Diese Verluste kompensieren einige durch neue Projekte wie beispielsweise einen Hausumbau; es wird viel gereist, der Jagdschein gemacht oder vermehrt Golf gespielt. Dabei gelangen viele an ihre körperlichen und seelischen Grenzen, überfordern oftmals ihren Partner und müssten sich eingestehen, dass ihr Plan nicht aufgeht. Die Folge? Große Enttäuschung und ein deutlich erhöhtes Risiko, an Depression zu erkranken, verstärkt Alkohol zu konsumieren oder in tiefen Sinnkrisen gefangen zu sein. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, frühzeitig (1-5 Jahre vor Berufsende) einen Ausstiegsplan zu entwickeln und sich während der Erwerbstätigkeit schon eine ganz individuelle Struktur für das nachberufliche Leben aufzubauen. Das ist sehr bedeutsam, denn durch die gestiegene Lebenserwartung ist der nachberufliche Lebensabschnitt heutzutage mit 25+ Jahren zu unserer längsten Lebensphase geworden. Dies auszugestalten, sollte nicht dem Zufall überlassen werden. Dafür ist diese Lebensphase zu lang und zu kostbar.

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