2. März 2018

Im Beruf top und selbstbestimmt – Im Ruhestand fremdbestimmt und ineffizient?

Der Eintritt in den Ruhestand und damit der Abschied vom Beruf und jahrelangem Erfolg und somit das Zurücklassen des selbst aufgebauten Lebenswerkes ist für Unternehmer mit vielen Herausforderungen verknüpft. Dazu zählen vorrangig die Wahl des individuell richtigen Ausstiegszeitpunktes sowie die Unternehmensübergabe an einen Nachfolger. Um ein erfülltes und selbstbestimmtes nachberufliches Leben im Ruhestand in Gesundheit und Freiheit führen zu können ist es erforderlich, den beruflichen Ausstieg früh genug und sorgfältig zu Ende zu denken, damit es nicht zum vielerorts gefürchteten Fall ins schwarze Loch kommt.

Grundsätzliche Fragen des Ruhestands, die sich jeder Unternehmer frühzeitig stellen muss, sind: Welches ist der – für mich selbst, die Firma und die Familie – richtige Moment meines Ausstiegs? Wann ist eine Unternehmensabgabe auch aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll? Wie frei bin ich bei dieser Entscheidung – strategisch, materiell, psychologisch oder gesundheitlich? In den meisten Fällen sind es nicht wirtschaftliche Gründe, wodurch der richtige Ausstiegszeitpunkt aus dem aktiven Berufsleben verpasst wird. Vielmehr sind es die Ängste vor dem Nicht-Mehr-Gebraucht werden, sowie das Verdrängen von ungelösten und komplexen Herausforderungen wie beispielsweise die Nachfolgeregelung, die private Vermögensplanung und die Organisation der Altersvorsorge.

Der Ruhestand und seine Herausforderungen

Wenn der Zeitpunkt des Ausstiegs und der Unternehmensübergabe immer weiter nach hinten verschoben wird, besteht die Gefahr, dass finanzielle Abstriche beim Unternehmensverkauf sowie menschliche Enttäuschungen hingenommen werden müssen. Denn je älter wir als Unternehmer werden, desto mehr nehmen Stresstoleranz, psychische Belastbarkeit sowie die eigene Innovationskraft ab. Folglich werden vermehrt falsche Entscheidungen getroffen und notwendige (Unternehmens-)Veränderungen finden nicht mehr statt. Außerdem sinkt durch fehlende Innovationen und neue Technologien die Wettbewerbsfähigkeit. Die Folge: Der Unternehmenswert fällt. Um die Kosten jedoch abdecken zu können, muss folglich privates Geld in das Unternehmen zurückfließen, was zu Einbußen im privaten Vermögens sowie zu einer Verminderung der Altersvorsorge führt.

Der Eintritt in den Ruhestand birgt viele Herausvorderungen. Hier wird gezeigt welche.

Dr. Dr. Ekkehart Franz (links) und Dr. Ewald Lang beraten Unternehmer über den Eintritt in den Ruhestand.

Damit solch ein Szenario durch den Eintritt in den Ruhestand vermieden wird und ein souveräner Ausstieg in den Ruhestand gelingt, gilt stets die Faustregel: „Gehe, wenn es am schönsten ist.“ Je präziser der individuelle Berufsausstieg sorgfältig zu Ende geplant und durchgeführt wird, desto größer ist die Gewähr, Erfolg und Freiheit auch im nachberuflichen Leben zu erleben. Neben dem wichtigen finanziellen Aspekt kommen noch gewichtige psychologische Aspekte beim Ruhestand hinzu: So können wir stets auf den Erfolg des Höhepunktes zurückblicken, und unsere Mitarbeiter werden uns entsprechend in Erinnerung behalten. Zudem meiden wir Konfrontationen mit jüngeren Konkurrenten und geben unserem Nachfolger die Chance, das Unternehmen vielleicht sogar über unsere Leistungen hinaus zu noch größerem Erfolg zu führen.
Aber auch die Nachfolgeregelung ist von entscheidender Bedeutung. Der Unternehmer muss sich früh darüber in Klaren werden, ob sein Nachfolger aus den eigenen Reihen oder von Extern kommen soll, oder vielleicht sogar aus der eigenen Familie. Diese Entscheidung muss mit äußerster Sorgfalt getroffen werden. Die nächsten Schritte sind sodann die detaillierte Planung der Unternehmensübergabe, der Wissenstransfer an den/die Nachfolger sowie die steuerrechtliche und juristische Beratung. Dies ist üblicherweise ein Prozess von 2-3 Jahren. Wichtig dabei ist aber: Dem gesamten Unternehmensabgabeprozess muss vorausgehen, dass der Unternehmer ganz genau weiß, was er in diesem Kontext erreichten will – wirtschaftlich und psychologisch! Daran hapert es bei etwa 50% aller Unternehmer, weshalb Unternehmensabgaben sich lang hinziehen und unnötig viel Geld kosten.

Ziel jedes Unternehmers muss sein, im Rahmen einer Unternehmensabgabe und damit des Eintritts in den Ruhestand des Firmeninhabers die Handlungsfähigkeit für sich selbst, das Unternehmen und die Familie zu erhalten. Denn die nachberufliche Lebenszeit kann heutzutage 25 und mehr Jahre andauern. Zeit, die es gilt souverän und selbstgestaltet zu verbringen! Dabei sollte nur wenig dem Zufall überlassen werden. Hierfür ist es erforderlich, dass der Unternehmer seine berufliche und private Situation früh genug ganzheitlich, d.h. aus vielen verschiedenen Blickwinkeln, betrachtet und den für ihn richtigen Moment des Loslassens findet. Der Angst vor der Ungewissheit des nachberuflichen Lebens begegnen wir am besten, indem wir uns Informationen beschaffen und unsere Zielvorstellungen sehr sorgfältig zu Ende denken. In dieser sehr sensiblen Situation tut externe Hilfe sehr gut, weil so auf sehr effiziente Weise ein strukturierter Aktivitätenplan erarbeitet werden kann. Dieses Vorgehen stellt sich regelmäßig als klärend und hilfreich, und im weiteren Prozess als sehr kostensparend dar: „Erst wenn ich genau weiß wohin ich will, kann ich meine Segel setzen.“

presseexperte

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